Verdachtskündigung

Die Einsichtnahme in auf einem Dienstrechner des Arbeitnehmers gespeicherte und nicht als „privat“ gekennzeichnete Dateien setzt nicht zwingend einen durch Tatsachen begründeten Verdacht einer Pflichtverletzung voraus.

Der dringende Verdacht einer Pflichtverletzung kann eine ordentliche Kündigung aus Gründen in der Person des Arbeitnehmers im Sinne von § 1 II KSchG sozial rechtfertigen.

Eine ordentliche Verdachtskündigung ist nur dann durch den bloßen Verdacht pflichtwidrigen Verhaltens im Sinne von § 1 II KSchG aus Gründen in der Person des Arbeitnehmers „bedingt“, wenn das Verhalten, dessen der Arbeitnehmer verdächtig ist, – wäre es erwiesen – sogar eine sofortige Beendigung des Arbeitsverhältnisses gerechtfertigt hätte.

BAG, Urteil vom 31.01.2019 – 2 AZR 426/18

Arbeit auf Abruf – Betriebsprüfung

Insbesondere in der Gastronomie und im Tourismus wird vielfach „Arbeit auf Abruf“ vereinbart. Der neue § 12 Teilzeit- und Befristungsgesetz sieht vor, dass von einer wöchentlichen Arbeitszeit von 20 Stunden (!) auszugehen ist, wenn im Arbeitsvertrag keine bestimmte Dauer der Arbeitszeit festgelegt ist.

Insoweit hat das Unternehmen nicht erhebliche Nachforderungen durch den (ausgeschiedenen) Arbeitnehmer zu besorgen, sondern insbesondere eben auch erhebliche Nachforderungen an Sozialversicherungsbeiträgen im Zuge einer Betriebsprüfung. Im Zuge einer Betriebsprüfung werden regelmäßig die vergangenen vier Jahr geprüft. Bei 10 Mitarbeitenden summieren sich die Personalkosten hier schnell auf 400.000,00 € in diesen vier Jahren, so dass allein etwa 150.000,00 € an Sozialversicherungsbeiträgen (Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil) anfallen, ohne dass bei vorheriger Behandlung als geringfügig Beschäftigte großes Anrechnungspotential besteht. Diese überschlägige Berechnung macht das erhebliche Risikopotential und den dringenden Handlungsbedarf mehr als deutlich.

Eine Gestaltung Ihrer Arbeitsverträge ist dringlich.