Kollision Fußgänger mit KFZ

Wenn ein Fußgänger, der plötzlch und unerwartet durch einen Hund erschreckt wird, in einem "Reflex" einen Schritt zur Seite macht und dabei in die Fahrbahn eines herannahenden Fahrzeugs tritt,liegt i.d. R. eine Handlung im Rechtssinne vor, da auch ein "automatisiertes" menschliches Verhalten grundsätzlich einer möglichen Bewusstseinskontrolle und Willenssteuerung unterliegt.

Bei einer Schreckreaktion in einer plötzlichen Gefahrensituation kann es jedoch an einem Verschulden des Fußgängers auch dann fehlen, wenn die konkrete Handlung – Schritt zur Seite – zur Abwendung der Gefahr objektiv nicht notwendig war.

 

Quelle: VRR Kompakt 06/2015

§§ 7, 17 StVG

OLG Karlsruhe – Beschluss vom 07.01.2015 – 9 U 9/14

 

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