Die Maklerprovision bei Vertragsabschluss im Internet

Da das Gesetz eine bestimmte Form für Maklerverträge – mit Ausnahme von beurkundenspflichtigen Verträgen nach § 311 b Abs. 1 BGB – nicht vorschreibt, ist es möglich, den Maklervertrag duch schlüssiges Handeln der Parteien zu schließen.

Der stillschweigende Vertragsschluss durch konkludentes Verhalten von Makler und Käufer ist der Regelfall bei Immobilienangeboten im Internet und in Rechtsprechung und Literatur allgemein anerkennt. Dabei genügt es nicht, dass sich der Miet- oder Kaufinteressent die Leistung eines von der Anbieterseite beauftragten Maklers gefallen lässt, selbst wenn allgemein bekannt ist, das ein Makler seine Leistung nur gegen Entgelt erbringt.

Der Schluss auch eines Maklervertrages erfolgt vielmehr nach den allgemeinen Regeln der Vertragslehre: Es müssen zwei übereinstimmende Willenserklärungen vorliegen – Antrag (Angebot) und Annahme. Wie üblich muss bereits der Antrag alle wesentlichen Vertragsbestandteile enthalten, um ohne weitere Nachverhandlungen durch einseitige, in der Regel empfangsbedürftige Willenserklärung angenommen werden zu können. Welchen Inhalt die Willenserklärungen haben und ob sie übereinstimmen, muss durch Auslegung (§§ 133, 157 BGB) ermittelt werden.

 

Quelle: Beitrag aus der MietRB 4/2013

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