Gesundheitsprognose – Krankheitsbedingte Kündigung

Die Überprüfung einer krankheitsbedingten Kündigung hat in drei Stufen zu erfolgen.

Zunächst bedarf es einer negativen Prognose hinsichtlich des weiteren Gesundheitszustandes des zu kündigen Arbeitnehmers. Sodann ist zu überprüfen, ob die entstandenen und prognostizierten Fehlzeiten zu einer erheblichen Beeinträchtigung der betrieblichen Interessen führen.

Erst in der dritten Stufe, bei der Interessenabwägung, wird geprüft, ob die erheblichen betrieblichen Beeinträchtigungen zu einer billigerweise nicht mehr hinzunehmenden Belastung des Arbeitgebers führen. Eine krankkeitsbedingte Kündigung ist nur dann aus personenbedingten Gründen sozial gerechtfertigt, wenn sich für den Arbeitgeber aufgrund einer einzelfallbezogenen Interessenabwägung eine billigerweise nicht mehr hinzunehmende betriebliche oder wirtschaftliche Belastung ergibt.

 

Quelle: www.juris.de

Urteil – ArbG Paderborn – 2 Ca 1548/12

Urteil – Landesarbeitsgericht Hamm (Westfalen) 5. Kammer – 5 Sa 381/13

 

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