Pflichtteil im Erbschaftsteuerrecht

Der im Erbrecht tätige Anwalt hat bei der Abwicklung von Pflichtteilsansprüchen bei verschiedenen Konstellationen auf eine Vielzahl von erbschaftsteuerlichen Folgen zu achten.

Da das Erbschaftsteuerrecht – anders als das Zivilrecht – nicht dem Anfallprinzip folgt, entsteht die Steuerschuld nicht bereits mit dem Erbfall, sondern erst mit Geltendmachung des Pflichtteils. Insbesondere dieser Umstand eröffnet dem Berater nach dem Tod des Erblassers eine Vielzahl von Gestaltungsmöglichkeiten. So kann die Geltendmachung bewusst auf einen späteren Zeitpunkt verlegt werden, so dass die Steuerschuld dementsprechend auch später entsteht. Zudem können dem Pflichtteilsberechtigten vor Geltendmachung des Pflichtteils nach dem Tod im Wege einer Abfindung begünstigte Sachwerte nach §§ 13a, b ErbStG anstelle einer Geldzahlung übertragen werden, die sodann auch als Erwerb eines Sachwerts mit Bewertungsabschlägen besteuert werden.

 

Quelle:Beitrag aus der ErbR Zeitschrift 12/2014

Schlussbetrachtung d. Aufsatzes d. Herrn Dr. Guido Holler

 

Ihre Ansprechpartnerin: Rechtsanwältin Heimbach