Therapiedreirad zur Erschließung des Nahbereichs

 Zwar ist ein Therapiedreirad grundsätzlich nicht zum Ausgleich einer Behinderung erforderlich, weil es dem Versicherten eine Mobilität ermöglicht, die über den durch Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung zu gewährleistenden Bereich der medizinischen Rehabilitation hinausgeht. Allerdings besteht gleichwohl ein entsprechender Versorgungsanspruch, wenn die Behinderung nicht auf andere Weise zumutbar ausgeglichen werden kann. Dies ist der Fall, wenn die Versicherte sich ohne diese Hilfsmittel ihren Nahbereich aus gesundheitlichen Gründen nicht allein erschließen kann (hier: die zu den gravierenden Bewegungseinschränkungen infolge der Multiplen Sklerose hinzutretende Blasenschwäche, die mit rezidivierenden Harnblasenentzündungen und zeitweiser Harninkontinenz verbunden ist).

SG Berlin, Urteil vom 24.11.2010 – S 84 KR 1777/08 – verurteilte die Beklagte, die Kläger mit einem Therapiedreirad zu versorgen, das LSG wies die Berufung zurück.

Ihr Ansprechpartner: RA Jürgen Vogel