Verwalter und Verwaltungsbeirat – Haftung und Versicherung

Stets haften – nach § 280 BGB wegen einer Verletzung der Pflichten im Auftrags- oder Geschäftsbesorgungsverhältnis – die einzelnen Beiratsmitglieder für individuelles Verschulden, nicht der Verwaltungsbeirat, dem eine eigene Rechtsperönlichkeit fehlt, als solche.

Wegen der unterschiedlichen Aufgaben kommt eine Analogie zu Vorschriften des Gesellschaftsrechts nicht in Betracht; insbesondere ist der Verwaltungsbeirat nicht mit dem Aufsichtsrat einer Aktiengesellschaft vergleichbar. Die Verletzung der gesetzlichen Pflichten führt zur gesamtschuldnerischen Haftung der Beiratsmitglieder gem. §§ 421 ff. BGB, weil alle Beiräte für deren Erfüllung zu sorgen haben.

Falls sich ein Verwaltungsbeirat Dritten gegenüber schadenersatzpflichtig gemacht haben sollte, steht ihm ein Freistellungsanspruch gegen die Gemeinschaft zu, falls ihm nicht grobe Fahrlässigkeit zur Last fällt.

Für den Verschuldensmaßstab gilt, dass die Haftung grundsätzlich nicht auf Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit beschränkt ist.

Verletzt der Verwaltungsbeirat schuldhaft Pflichten, kommt eine Zurechnung seines Fehlverhaltens zur WEG in Betracht. Die WEG haftet Dritten gegenüber wie für eigene Pflichtverletzungen unter den Voraussetzungen des § 278 BGB, auch gegenüber dem Verwalter, nicht jedoch untereinander.

Dementsprechend ist dem Verwaltungsbeirat der Abschulss einer Vermögensschadenshaftpflichtversicherung anzuraten; diese auf eigene Kosten abzuschließen, steht jedem Verwaltungsbeirat frei.

 

Quelle: Beitrag aus der Zeitschrift MietRB-Beratungspraxis

Ihre Ansprechpartnerin: Rechtsanwältin Zahn